Die Sache mit der neuen mode

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Nein, normal ist es nicht. Und nein, die wenigsten Menschen werden es verstehen. Aber so ist es nun mal bei mir, wenn „die neue Saison“ in die Läden kommt. Natürlich ist noch Sommer. Und natürlich ist es absurd, sich nun schon damit zu beschäftigen, was man wohl im Herbst oder gar Winter tragen möchte. Aber eigentlich geht es darum gar nicht. Es geht darum, dass das Gesehene vom Laufsteg dann in den Läden hängt und man weiß: Es geht alles wieder von vorne los. Und einige Frauen und sehr wenige Männer werden das Gezeigte tragen. From Runway to Reality. „Mode gehört auf die Straße. Nicht ins Museum“, sagte Marc Jacobs kürzlich zu mir. Deshalb also die Freude.
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Ein wenig war mein Gefühl vergangenes Wochenende bei den Mailänder Männermodetagen so wie kurz nach Silvester, wenn man die ersten Tulpen kaufen kann. Der Winter, so denke ich dann immer, ist nun eigentlich vorbei. Ist er nicht. Was im Winter schade, im Sommer natürlich angenehm ist.
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Eine Woche zuvor hingen also bei Prada in der Via Montenapoleone noch die Blockstreifen-Kleider in Neon im Fenster. Letzten Sonntag aber waren es schon die wunderbaren graphischen Looks, die zu den Besten aller Kollektionen gehörten. „Ach, hätte ich doch nur das Geld. Ich würde all meinen Freundinnen solche Kleider kaufen“, dachte ich vorm Schaufenster. Verrückt, ich weiß. Natürlich gilt all das für viele Designermarken. Marni. Bottega Veneta. Yves Saint Laurent. Missoni. Fendi. Miu Miu. Gucci. Balenciaga. Aber ich hatte nur 20 Minuten Zeit. Und da sollte man eben Prioriäten setzen. Also Prada. Weil sie den Rest inspiriert. Und ich mir sicher bin, dass Schuhe für Jahre eine Plateausohle haben werden wie die „Sandwich-Brogues“ und Blockstreifen auf Dauer so angeordnet sein werden wie in der aktuellen Sommerkollektion.
Im Prada-Männergeschäft gab es die Lurex-Polos und Rauten-Oversized-Pullover. Natürlich wusste ich, dass sie nichts für mich sind. Natürlich habe ich beides anprobiert. Und natürlich sah beides gewöhnungsbedürftig aus. Aber darum geht es auch gar nicht. Man muss nicht alles tragen, weil es gerade angesagt ist. Es muss zu einem passen. Aber sich freuen, dass es die neuen Teile gibt und dass ein Freund wenige Tage später sein Lurex-Poloshirt bei Facebook posted - das darf man. Genau aus solchen Gründen ist es gut, Mode und nicht nur Anziehsachen im Kleiderschrank zu haben.
Natürlich habe ich auch etwas gekauft. Eine Strickjacke. Sie kam mir so vertraut vor. Zu Hause stellte ich fest, dass ich quasi das identische Modell bereits im Schrank habe.
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Zwei Stunden später zeigte Miuccia Prada dann ihre Visionen für den Sommer 2012. Wieder wunderbar. Amüsant und visionär. Und schon jetzt freue ich mich auf die Zeit nach Silvester. Wenn es wieder Tulpen gibt – und bunte Golfhemden in den Läden hängen.

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